MenschHero
Methodik
Provenance & MethodikMenschHero ist eine Evidenz- und Attributionsschicht über heterogenen öffentlichen Krisendaten. Die erste Ebene verdichtet offizielle Quellen zu nachvollziehbaren Kennzahlen; die zweite Ebene erfasst physische Schäden mit vollständiger Herkunft und Evidenzstatus. Alle Formeln sind hier offengelegt. Stand: 15. August 2026.
Responsible System Design
MenschHero = Intelligence & Coordination Layer.
Nicht = forensische Beweissammlungsplattform.
MenschHero does not collect forensic evidence.
Was MenschHero macht
- globale Krisendaten aggregieren
- Datenquellen verbinden
- historische Entwicklungen speichern
- Datenqualität bewerten
- Widersprüche zwischen Quellen erkennen
- Krisen analysieren
- Projekte und Organisationen strukturieren
- Finanzierungs- und Bedarfsdaten verbinden
- auf spezialisierte Systeme verweisen
- Herkunft jeder Information nachvollziehbar zeigen
Was MenschHero nicht macht
- selbst Beweise für Gerichtsverfahren sammeln
- Zeugenaussagen entgegennehmen
- Opfer identifizieren
- forensische Beweisketten garantieren
- juristische Zulässigkeit von Beweismaterial versprechen
- sensible personenbezogene Daten unnötig speichern
Wenn Sie Zeuge einer schweren Menschenrechtsverletzung wurden oder Beweismaterial sichern möchten, das später vor Gericht verwendbar sein soll, nutzen Sie bitte spezialisierte, dafür ausgelegte Systeme wie eyeWitness to Atrocities (International Bar Association) — diese Organisationen verfügen über die forensische, rechtliche und sicherheitstechnische Infrastruktur, die MenschHero bewusst nicht bereitstellt.
eyeWitness to Atrocities öffnenHerkunft jeder Information
Bei jedem Wert auf MenschHero können Sie nachvollziehen, welcher Teil dieser Kette von uns stammt und welcher von der Originalquelle.
Datenquellen
- GDACS (Global Disaster Alert and Coordination System) — Schweregrad und Art aktiver Katastrophen.
- GDELT — Konfliktintensität aus der Auswertung internationaler Nachrichtenmeldungen je Krise.
- OCHA FTS (Financial Tracking Service) — offizieller Finanzierungsgrad der UN-Hilfsappelle.
MenschHero ist selbst keine Primärquelle: Wir betreiben keine eigene Sensorik und keine eigene Krisenerkennung. Der Wert liegt in der Verdichtung dieser Quellen zu Handlungssignalen.
Damage Intelligence
Was eine Krise tatsächlich hinterlässt — jeder Wert mit Quelle, Zeitpunkt und Evidenzstatus.
Jede Zahl trägt einen Evidenzstatus.
Fakten sind belegt, Ableitungen gekennzeichnet, Unsicherheit sichtbar. Fehlt Evidenz, steht dort Unknown — nie eine Null.
Evidenz-Stärke
stark → unbelegt
measurement_class
Wie entstand der Wert?
data_confidence
Wie sicher ist er?
source_reliability
Wie gut ist die Quelle?
Ein echter Datenpunkt
Reales Wahrscheinlichkeitsband der Quelle — keine erfundene Punktzahl.
Datenstand live
Stand 15. August 2026
66
reale Datenpunkte
18
Krisen abgedeckt
Quellen
3/8
- OCHA FTSaktiv · T1
- USGS PAGERaktiv · T1
- IDMC GIDDoffen · T1
- Copernicus EMSoffen · T1
- EM-DAToffen · T2
- GDACSaktiv · T2
- WHO Attacks on Health Careoffen · T2
- ACLEDoffen · T3
Neglect-Score
Der Neglect-Score misst, wie sehr eine aktive Krise gemessen an ihrer Schwere unterfinanziert ist. Er gewichtet Dringlichkeit und Finanzierungslücke:
urgency — Dringlichkeit aus GDACS-Schweregrad
- Schweregrad ≥ 5 (rot) → 1,0
- Schweregrad ≥ 3 (orange) → 0,6
- darunter → 0,3
funding_gap — Finanzierungslücke aus OCHA FTS
funding_gap = 1 − (Finanzierungsgrad in % ÷ 100). Ein voll finanzierter Appell ergibt 0, ein gänzlich unfinanzierter 1.
Krisen ohne eigenen FTS-Appell werden neutral mit 0,5 gewertet und in der Anzeige klar als „kein Appell erfasst" gekennzeichnet — ihr Fehlen ist selbst ein Signal für eine noch nicht koordinierte Reaktion, kein Nullwert.
Der Neglect-Score ist eine Momentaufnahme: Er ändert sich, wenn sich GDACS-Schwere oder FTS-Finanzierungsgrad ändern. Die zugrunde liegenden wöchentlichen Rohwerte (Schwere, Finanzierungsgrad) werden als Zeitreihe erfasst und stammen unverändert aus den genannten offiziellen Quellen.
Eskalations-Beobachtungen
Eine Eskalations-Beobachtung markiert Krisen, die sich im Wochenvergleich am stärksten verschärft haben. Berechnet wird sie aus den Veränderungen (Deltas) dreier Kennzahlen zwischen zwei mindestens fünf Tage auseinanderliegenden Messpunkten:
Δurgency — Änderung des GDACS-Schweregrads.
Δconflict — Änderung der GDELT-Konfliktintensität (Durchschnitt je Krise).
Δfunding_gap — Änderung der FTS-Finanzierungslücke.
Normalisierung (norm)
Jedes Delta wird relativ zur Verteilung aller aktiven Krisen dieser Woche auf 0–1 skaliert (Min-Max). Es gibt bewusst keine festen absoluten Schwellen — nur der relative Vergleich zählt.
Voraussetzung
Ein Signal entsteht nur, wenn für alle drei Kennzahlen zwei vollständige Messpunkte vorliegen. Die oberen 10 % nach Score werden als Kandidaten vorgemerkt.
Menschlicher Prüfschritt
Kein Eskalations-Kandidat wird automatisch veröffentlicht. Jedes Signal durchläuft eine manuelle Prüfung mit verpflichtender Begründung und wird erst dann öffentlich sichtbar, wenn es ausdrücklich bestätigt wurde (Status reviewed_confirmed). Verworfene Kandidaten bleiben unsichtbar. So verhindern wir Fehlalarme aus reiner Rechenautomatik.
Grenzen dieser Methodik
- •Die Kennzahlen sind nur so aktuell und vollständig wie ihre Quellen. Fällt eine Quelle aus, fehlt die entsprechende Komponente.
- •GDACS-Schwere ist ein grober Proxy für Dringlichkeit, kein feingranulares Maß für menschliches Leid.
- •Krisen ohne FTS-Appell oder ohne Nachrichtenabdeckung sind unterrepräsentiert — gerade sie können besonders vernachlässigt sein.
Wo MenschHero eigene aggregierte Krisendatensätze veröffentlicht, verweisen deren Metadaten zurück auf diese Seite.